Kurze Beschreibung

Wie wir heute leben, ist eine Frage des Identitäts-Designs. Aus der linearen wird die bunte Multi-Biografie. Ob Selfie, 3D-Druck oder Mass-Customization: Der digitale Wandel unterstützt den Individualisierungsprozess. Gleichzeitig bildet sich eine neue Wir-Kultur heraus.

Relevante Subtrends

  • Multi-Biografie
  • Identitätsdesign
  • Service-Ökonomie
  • Mitmach-Märkte
  • Wir-Kultur

Mehr Erläuterung

Individualisierung bedeutet die Pluralisierung von Konsum- und Lebensmustern. Wie und wo man lebt, welcher Beruf ergriffen wird – all das ist heute eine Frage der individuellen Entscheidung. Menschen bewegen sich leicht zwischen verschiedenen Welten hin und her: morgens Banker, abends Punker. Moderne Biografien kennen Richtungswechsel, Seitwärtsbewegungen und Neustarts. Die Freiheit zur Wahl ist allerdings auch eine Verpflichtung zur Wahl. Wo die alten Sinnstifter wie Religion oder Staat an Leitfunktion einbüßen, muss das moderne Individuum sich ständig selber erfinden und seinen Platz in der Welt suchen. Das kann es nicht alleine. So geht Individualisierung mit einem größeren Gemeinschaftssinn und der Suche nach dem Wir im Ich einher.

Denkanstoß

Welche Form der Personalisierung würde euer Angebot absolut einzigartig auf dem Markt machen und große Aufmerksamkeit erzeugen?

Trend-Innovationen INDIVIDUALISIERUNG

Wepublic

Das Startup Wepublic hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen Bürgern und Politikern zu verbessern. Mit der Pilot-App +me können Nutzer eigene Fragen an Parteien stellen oder bestehenden Fragen folgen. Fragen mit vielen Followern werden an die Parteien weitergeleitet und innerhalb von zwei Tagen in weniger als 400 Zeichen beantwortet. Die Antworten können Nutzer dann wieder bewerten – allerdings ohne dabei zu wissen, welche Partei die Antwort formuliert hat. Dies wird erst nach der Bewertung aufgedeckt. Die App ist bereits zur Bundestagswahl 2017 gestartet, weitere Projekte sind in Planung.

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The Collective

The Collective at Old Oak in London bietet mit der größten Co-Living-Anlage der Welt eine soziale Alternative zu steigenden Mietpreisen in der City. Die kleinen Appartements, sind grundlegend und gut ausgestattet, unter anderem mit einem Doppelbett, Badezimmer und einer geteilten Küche. Das Teilen hat System: The Collective bietet verschiedene Gemeinschaftsräume, welche sich ebenfalls im Gebäudekomplex befinden und von allen genutzt werden dürfen. Neben Bücherei, Wäscherei und drei unterschiedlich gestalteten Esszimmers gibt es ein Kino, in dem auch gemeinsam Serien geguckt werden können. Die Miete beinhaltet neben Internet und Hausmeister auch eine Putzfrau und den Bettwäschewechsel; es gibt außerdem einen Reinigungsservice, Carsharing und einen Beauty Concierge vor Ort.

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Arcosanti

Arcosanti ist der Prototyp einer Stadt der Zukunft, der seit 1965 langsam in Arizona entsteht. Die Siedlung bezeichnet sich selbst als „Urban Laboratory“, in dem Paolo Soleris „Archologie“, eine Vereinigung von Architektur und Ökologie, gemeinschaftlich von Freiwilligen ausprobiert und gelebt wird. Mit viel Beton aus Wüstensand werden Strukturen so gebaut, dass sie natürlich kühlen und heizen – in der Wüste Arizonas kein triviales Unterfangen. Die Stadt ist außerdem sehr dicht geplant, sodass Autos weder nötig noch erwünscht sind. Lebens-mittel werden in Gewächshäusern innerhalb der Stadt produziert. Das Projekt finanziert sich neben Spenden durch den Verkauf von handgefertigten Glocken.

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Selfieccino

Der Selfieccino ist ein Cappuccino, dessen Milchschaum ein Selfie aus Lebensmittelfarbe schmückt. Das personalisierter Getränk wird vom Londoner Café „The Tea Terrace“ angeboten. Die Kunden schicken einfach per WhatsApp ihr Selfie an den Barrista. Innerhalb von vier Minuten verarbeitet eine Maschine die Daten und zeichnet das Portrait auf den Schaum. Für Individualität sind Kunden bereit, einen höheren Preis zu zahlen. So kostet der Selfieccino fast das Doppelte eines gewöhnlichen Cappuccinos. Dafür hat der Kunde auch mehr davon – nämlich Aufmerksamkeit. Der Selfieccino wird selbstverständlich fotografiert und in sozialen Netzwerken gepostet. Am besten natürlich als Selfie. Der Mehrgewinn für das Café liegt in einer viralen Werbewirkung und sehr persönlichen Daten seiner Kunden.

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ASOS Plus

Während Frauen mit dem Body-Positivity Movement in den letzten Jahren die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen mit Übergrößen ins Blickfeld der Modehäuser gerückt haben, fehlt für „Big and Tall Men“ weltweit weiterhin ein vielseitiges Angebot. Und das, obwohl mehr Männer als Frauen übergewichtig sind und der Markt für Männermode inzwischen schneller wächst als der für Frauen. Der britische Modeversandhändler ASOS schafft seit 2017 als einer der ersten Anbieter in dieser überraschenden Marktlücke mit seinem Plus-Segment Abhilfe, mit Trendmode bis in die Größe 6XL.

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Master Hora

Masterhora ist ein Netzwerk für Fach- und Führungskräfte über 50. Hier können diese sich nicht nur selbst über Weiterbildungsmaßnahmen und Jobs informieren, sondern von Unternehmen und Startups auch konkret über ihre Expertise gefunden werden. Zu diesem Zweck veranstaltet Masterhora auch zwanglose Gründerstammtische, wo die Wissensanbieter auf Wissbegierige treffen. Mit CAMPUS hat Masterhora zudem ein Tool geschaffen, über das Unternehmen den Kontakt zu Mitarbeitern aufrecht erhalten können, die nicht (mehr) im Unternehmen sind: im Ruhestand, in Elternzeit, im Ausland oder nach einem Praktikum.

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