
Liebe Zukunftsgestalterinnen und Vordenker,
wir waren unterwegs – live, echt und in Farbe – und zwar auf Trendexpedition in Stuttgart mit Sparkassen-Vorständ*innen. Das Ganze im Auftrag der Sparkassenakademie Baden-Württemberg. Drei spannende Erkenntnisse möchten wir gerne mit euch teilen.
1. “Schon bald werden die meisten Bankberater inkompetenter wirken als ChatGPT.”
Mit dieser Botschaft empfing uns Paul Krauss, Partner AI bei Deutschlands führender KI-Beratung Team One, und sorgte für Sorgenfalten bei unseren Bänker*innen. Auch wenn diese Aussage etwas Beunruhigendes hat, so schätzen wir die geradlinige Offenheit und Ehrlichkeit. Denn schon heute lassen sich die Meisten ja schon von Chatbots in Finanzfragen beraten. Was also tun, wenn man ein Bankhaus führt? Die klare Empfehlung von Paul Krauss und Team One-Gründer Julian Richter: KI nutzen, um eine Nische zu besetzen und sich durch Spezialisierung abzuheben – beispielsweise mit einem “Finanzierungs-Copilot” für den Mittelstand. Das passt zu dem, was Carsten Schmitt, Finanzchef bei der Commerzbank, kürzlich dem Handelsblatt zum Einsatz von KI sagte: „Es geht nicht notwendigerweise darum, wer absolut am meisten investiert, sondern, wie geschickt Geldhäuser ihre Mittel einsetzen.“
2. “Wir befördern im ÖPNV nicht nur Fahrgäste, sondern transportieren auch Botschaften.”
Mit Bülent Menekse, dem umtriebigen Geschäftsführer von Omnibusverkehr Spillmann, trafen wir einen ganz besonderen Trendpionier. Er nahm uns mit auf eine Tour in einem seiner Themenbusse für den Öffentlichen Nahverkehr – und zwar im Astronomiebus. Der Boden zeigt die Mondoberfläche, während die Seitenwände den Blick vom Mond auf die Erde und ins Universum darstellen. Mit seinen Themenbussen macht Bülent Menekse den ÖPNV zu einem emotionalen, unverwechselbaren Erlebnis, was zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen führt. Er berichtete uns von den vielen Sondergenehmigungen, die er einholen muss, um immer wieder innovative Features und Services in seine Busse integrieren zu können. Wir lernten von ihm: Leidenschaft und Zähigkeit ermöglichen Innovation auch in regulierten Umfeldern. Mit vielen, kleinen Schritten kann man am Ende dann doch Großes erreichen. Das lohnt sich – in Form von begeisterten Kund*innen, zufriedenen Mitarbeitenden und ein nicht versiegender Strom an Bewerbungen für das Unternehmen.
3. “Wer den digitalen Einstieg besetzt, hat den Kundenkontakt – lange vor allen anderen.”
Mit dem Startup meinhaus.digital hat Gründerin Leoni Dowling ein zukunftsträchtiges Modell entwickelt. Ein sehr analoges, zähes Problem wurde digitalisiert: Umbau, Sanierung und Finanzierung von Wohnimmobilien. Statt dass Hauskäufer oder Eigentümerinnen zwischen Architekt, Energieberaterin, Bank und Bauamt hin‑ und herlaufen, bündelt die Plattform die Schritte in einem Ablauf. Danach gibt es gegen Zahlung Beratungsformate als Live-Calls mit Architekt*innen. Damit werden Architekturleistungen, die sonst für Privatleute meist unbezahlbar sind, erschwinglich. Was wir von Leoni Dowling lernen konnten: Wer in einem Prozess digital frühzeitig einsteigt, besitzt den Kundenkontakt vor vielen Anderen. Diesen Kontakt dann mit Beratung durch Menschen weiterzuführen, bietet ein überlegenes Hybrid-Modell. Die KI beschleunigt Prozesse, der Mensch schafft Vertrauen.
7 zentrale Impulse, die sich aus unseren Beobachtungen für Zukunftsgestalter*innen ergeben, findet ihr auf dem hinterlegten Fact Sheet.
Wir sagen VIELEN Dank an unsere Trendpionier*innen, dass sie ihr Wissen mit uns geteilt haben – so auch Christoph Steinbrich von Debtvision sowie Marcus Arnold von der Sparkassenakademie.
Wenn ihr auch einmal mit uns auf Trendexpedition gehen wollt, meldet euch gerne.
Euer Expeditionsteam FriedeStein
alias Christiane Friedemann & Andreas Steinle


