
Friedemann: Steinle, wir müssen dringend über unsere Erfolge sprechen.
Steinle: Sehr gern. Ich setze schon mal eine Pressekonferenz an.
Friedemann: Genau das meine ich eben nicht! Immer dieses Großdenken: Rekordumsatz, Megaprojekt, Quantensprung, Durchbruch, Champagner!
Steinle: Gegen Champagner ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden.
Friedemann: Aber was ist mit all den kleinen Jobs, ohne die hier gar nichts funktionieren würde? Die kleinen Erfolge, die das Rad am Laufen halten.
Steinle: Zum Beispiel?
Friedemann: Zum Beispiel Kollegin Anna!
Steinle: Was hat Anna angestellt?
Friedemann: Nichts. Beziehungsweise: ganz viel. Jeden Tag. Und ohne dass diese kleinen Erfolge je gefeiert werden. Sie geht unerschrocken jeden technischen Bug an – und löst ihn in 99 Prozent der Fälle. Sie bedient ohne größere Klagen die zum Teil wirklich sehr komplizierten Bestellsysteme unserer Kunden.
Steinle: Dafür verdient sie eigentlich ein Schmerzensgeld. Und das Ganze freiwillig.
Friedemann: Na ja freiwillig… Sie will uns einfach den Rücken freihalten. So wie sie unser Finanz-Frühwarnsystem ist – immer erreichbar und erstaunlich gut gelaunt :)!
Steinle: Langsam klingt das wie eine Laudatio für ihr Lebenswerk.
Friedemann: Eben nicht! Genau da liegt das Problem. Warum warten wir mit Wertschätzung eigentlich immer so lange, bis jemand ein Lebenswerk vollbracht, ein Jubiläum erreicht oder die Firma verlassen hat?
Steinle: Weil „Danke, dass du die Spülmaschine eingeräumt hast“ nicht besonders glamourös klingt.
Friedemann: Mensch Steinle, darum geht es doch nicht. Es geht genau um diese kleinen Dinge, die den Laden oft mehr zusammen halten als die großen Erfolge, über die später alle sprechen.
Steinle: Jetzt wird es grundsätzlich. Hab ich dir – bei der Gelegenheit – schon mal gesagt, dass ich genau das an dir schätze. Diesen Blick für das Wesentliche.
Friedemann: Und das soll ich dir jetzt glauben? Vergiss es. Lass uns lieber überlegen, wie wir diese kleinen, aber so wichtigen Beiträge sichtbarer machen. Was hältst du von einer neuen Methode? PETIT WOW.
Steinle: Klingt nach einem französischen Dessert.
Friedemann: Ist aber kalorienärmer. Ein PETIT WOW ist eine kleine, konkrete Würdigung für etwas, das sonst leicht übersehen wird. Indem man genau sagt, was man wahrgenommen hat.
Steinle: O.K., ich versuch’s noch mal. Thank you Friedemann…
…dass du die Sachen immer so raushaust, wie du sie empfindest.
…dass du genau weißt, wann mal wieder Zeit für ein Bier ist.
…dass du hässliche Charts von mir ohne Auftrag schön machst.
Friedemann: Jetzt bin ich fast gerührt.
Steinle: Nicht überbewerten, Friedemann. Ein PETIT WOW macht aus kleinen Dingen nichts Großes. Es sorgt nur dafür, dass sie nicht übersehen werden.
Friedemann: Was wichtig ist: Denn Zuversicht entsteht nicht nur durch große Zukunftsvisionen. Sie entsteht auch in dem Moment, in dem jemand sagt: „Ich habe gesehen, was du da getan hast. Und es hat einen Unterschied gemacht.“
Steinle: WOW
Das Team FriedeStein freut sich, wenn im Anschluss der Lektüre heute noch viele PETIT WOWs durch die Welt gehen. Wer die Beiden für einen Zukunftsworkshop, eine Trendexpedition oder für ihr neues interaktives Vortragsformat „Mutausbruch“ buchen möchte, schreibt bitte eine Mail an: info@zukunftsinstitut-workshop.de.

