FriedeStein 02: „Gib’s mir. Nerv mich!“

Steinle: Friedemann, ich war eine Woche im Urlaub, dann auf Vortragsreise in Österreich, nicht verschollen im Himalaya – und du schreibst auf LinkedIn: „Mensch Steinle, wooooo bist duuuuuuuu??“
Friedemann: Ja, natürlich. Du warst weg, sogar im Ausland – das war ein öffentlicher Hilferuf! 😳

Steinle: Hast du mich wirklich vermisst oder warst du emotional instabil? Du hast geschrieben, dass dich meine Ruhe, mein Witz und mein Durchhaltevermögen beeindrucken – um mir einen Absatz später zu sagen, dass ich dich komplett auf die Palme bringe.
Friedemann: Das ist doch kein Widerspruch, das ist Zusammenarbeit: Du machst mich wahnsinnig, aber eben oft auch besser.

Steinle: Interessante Definition.
Friedemann: Zusammenarbeit heißt doch nicht: Wir sitzen nebeneinander, nicken synchron und finden alles toll. Zusammenarbeit heißt: Du sagst nach einem Kunden-Workshop: „Das lief doch insgesamt sehr gut“ und ich sage „Drei Leute waren innerlich schon auf dem Heimweg“.

Steinle: Für dich brennt das Haus schon, wenn jemand eine Zigarette anzündet.
Friedemann: Sagen wir so: Ohne deinen Zwangsoptimismus würden wir Projekte nach der ersten Kritik beerdigen – ohne meine Katastrophenkompetenz würden wir jede Kritik für Applaus halten.

Steinle: Vielleicht ist genau das unser Betriebssystem: Du machst die Realität scharf, ich mache sie erträglich. 😬
Friedemann:
Genau. Und deshalb habe ich auch geschrieben, dass ich jedem nur wünschen kann, Menschen um sich zu haben, mit denen man so gern etwas schafft wie ich mit dir.

Steinle: Das ist fast rührend – was meinst du genau damit?
Friedemann: Menschen, mit denen man sich reibt, ohne sich zu beschädigen. Menschen, die einen nerven, aber besser machen. Menschen, die nicht gleich beleidigt sind, wenn man sagt: „Das war jetzt Quatsch.“ Menschen, die bleiben, auch wenn man sich in der Sache streitet.

Steinle: Das ist sogar wissenschaftlich erforscht, dass Konflikte die Arbeit besser machen. Zumindest wenn es sich um sogenannte„Task Conflicts“ handelt und Psychologische Sicherheit herrscht. Dann profitieren Teams von inhaltlicher Reibung und kommen zu besseren Ergebnissen.
Friedemann: Du wieder mit deinem Bildungsgetue. Das nervt.

Steinle: Aber darauf stehst du doch. Also, dass ich dich nerve. 🤪
Friedemann:
Ja, aber doch nicht ständig.

Steinle: O.K. Ich halte mich zurück: Und die Moral von der Geschichte?
Friedemann: Gute Zusammenarbeit entsteht nicht, wenn Menschen gleich sind. Sondern wenn sie unterschiedlich genug sind, um sich etwas zu sagen zu haben.

Steinle: Und verbunden genug, um es auszuhalten.
Friedemann: Merkste was, Steinle? Das war jetzt ziemlich klug.

Steinle: Von wem?
Friedemann: Von uns. Leider.

 

Wer die Beiden für einen Zukunftsworkshop, eine Trendexpedition oder für ihr neues interaktives Vortragsformat „Mutausbruch“ buchen möchte, schreibt bitte eine Mail an: info@zukunftsinstitut-workshop.de.