Trendexpedition: Reisebericht aus der Zukunft, Teil 1

„Was ist, wenn Donald Trump den Stecker zur Cloud zieht?“

Liebe Zukunftsgestalter*innen,

die oben stehende Frage warf Sebastian Heinz, CEO und Gründer des führenden Frankfurter KI-Unternehmens Statworx, auf, als wir ihn im Rahmen einer Trendexpedition mit einem hierarchieübergreifenden Team der DZ Bank Gruppe besuchten. Er machte damit deutlich, wie sehr wir in Europa von digitalen Services aus den USA abhängig sind. Als eine Folge überlegen immer mehr Unternehmen, KI-Lösungen „on premise“ aufzubauen, also vor Ort auf eigenständigen Servern, wodurch sie die vollständige Kontrolle über die Software und Daten behalten. Mehr Unabhängigkeit vergrößert die Resilienz.

Zwei Tage waren wir in Frankfurt auf Trendexpedition mit unseren Gästen der DZ Bank Gruppe unterwegs, um live und vor Ort in spannende Zukunftsentwicklungen einzutauchen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und vor allem aus der Praxis zu lernen. Denn auf Trendexpedtionen tauschen wir uns direkt mit Gründer*innen und Trendpionieren aus, um von jenen zu lernen, die nicht nur über Zukunft reden, sondern diese machen. Im Fokus standen die Megatrends Konnektivität und Neo-Ökolgie. Nichts rüttelt die Welt derzeit wohl mehr durcheinander wie die aktuelle KI-Revolution. Und nichts wird aktuell wohl mehr unterschätzt wie die Folgen der rasant steigenden Erderwärmung.

Sebastian Müller, CEO und Gründer des preisgekrönten Klima-Startup right. based on science GmbH, führte uns eindrücklich vor Augen, dass das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bereits gerissen ist und wir uns auf ein 3,2 Grad-Szenario bewegen – wenn wir nicht JETZT das Ruder rumreißen. Hierfür hat right ein Modell und eine Software entwickelt, die das Wirtschaften eines Unternehmens in einer einfachen Celsius-Zahl misst. Zu wissen, ob man unter oder über dem 1,5 Grad-Ziel liegt, ist sehr viel anschaulicher als abstrakte CO2-Ausstöße und macht Transformationserfolge deutlich.

Das wohl wichtigste Learning unserer Trendexpedition war wohl: Nicht so viel reden, sondern MACHEN. Zukunft ist eine Frage des Mindset. Was die von uns besuchten Trendpioniere eint: Sie sehen ein Problem und machen sich an die Lösung. Oftmals sind es sogar die limitierten Ressourcen, die Startups zu überragend einfachen Lösungen bringt. Sehr beeindruckt waren wir von dem radikalen Digitalisierungsansatz, den uns Daniel Kuczaj, CEO und Gründer von Roomhero, präsentierte. Als Europas führender digitaler Inneneinrichter hat man einen zuvor weitgehend analogen Prozess komplett digitalisiert und automatisiert.

Bei aller Digitalisierung hat uns allerdings auch die Perspektive von KI-Pionier Sebastian Heinz von Statworx überrascht: Er prognostiziert, dass KI die Bedeutung analoger, zwischenmenschlicher Beziehungen vorantreibt und diese künftig wieder stärker in Kund*innenbeziehungen eingewebt werden. Im Sinne der menschlichen Vernetzung erprobte unser Auftraggeber, die DZ Bank, einen besonders innovativen Ansatz. Unsere Trendexpedition war hierarchieübergreifend angelegt. So waren vom Vorstandsvorsitzenden bis zur Auszubildenden alle Hierarchiestufen dabei – und lernten von ihren unterschiedlichen Perspektiven.

Wir sagen „Danke“ auch an die andere Trendpioniere unserer Expedition: Wali Manan und Michael Busse von ESGendium (Hessischer Gründerpreis), Jürgen Schmitt von der Deutschen Bank (Corporate Influencer) und Florian Jöckel, kreativer Kopf des Kreativzentrum Massif Central im Bethmannhof. Was wir von ihnen lernen konnten, wird meine Kollegin Christiane Friedemann in einem nächsten Newsletter berichten.

Wenn ihr mit eurem Team auch einmal auf Trendexpedition gehen wollt, meldet euch gerne bei uns.

Zukunftsoptimistische Grüße

Andreas Steinle
Geschäftsführung