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Zwischen Zimtschnecken und Freizeitstress

By 24. Mai 2022Workation5 min read

Neue Arbeit, neue Arbeitsorte. In dieser dreiteiligen Mini-Serie berichten wir von unseren Workation-Erfahrungen. Im dritten und vorerst letzten Teil berichtet Projekt- und Innovationsmanagerin Katja von ihrer Mini-Workation: Sie war für 10 Tage in Dänemark.

Bei Zukunftsinstitut Workshop beschäftigen wir uns intensiv mit dem Megatrend, der unser tägliches Leben besonders beeinflusst: New Work. Über dieses Thema halten wir nicht nur Vorträge und gestalten Workshops sowie Trendexpeditionen, sondern leben es in unserem Arbeitsalltag. Zum Beispiel erfassen wir im Team weder Arbeitszeiten noch Urlaubstage, arbeiten häufig aus verschiedenen Homeoffices und auch regelmäßig aus dem Zug, fällen strategische Entscheidungen gemeinsam und probieren ständig neue Tools und Methoden aus.
So stand Anfang dieses Jahres zum ersten Mal Workation auf dem Programm. Den Anfang machte meine Kollegin Vitalia, gefolgt von meiner Chefin Christiane. In ihren Zoom-Hintergründen blickte ich sehnsüchtig abwechselnd auf sonnige Gärten auf Teneriffa und Großstadtabenteuer in Berlin. Es dauerte nicht lange und schon hatte ich meine kleine Workation in Dänemark geplant.

Dänemark stand schon lange auf meiner Liste von Wunsch-Reisezielen. Für einen Wochenendtrip war es immer zu weit weg und für einen Sommerurlaub zu wetterunbeständig, doch für meine 10-tägige Workation über Ostern schien es mir genau das richtige Ziel zu sein. Hier folgen meine Learnings aus dieser Zeit:

Learning 1: Das richtige Reiseziel

Nachdem ich mich für Dänemark als Reiseziel entschieden hatte, stellte sich die Frage nach dem angestrebten Ambiente. Stadt oder Natur? Ein kleines Haus am Meer oder eine schicke Stadtwohnung? Nach Feierabend am Strand spazieren oder durch Einkaufsstraßen und Museen schlendern? Ich entschied mich für Letzteres und mietete für meine Arbeitstage eine schöne Altbauwohnung in Kopenhagen. Die Wochenenden verbrachte ich auf Campingplätzen in der Natur.

Nachteil: An meinen Feierabenden in Kopenhagen kam ich in Freizeitstress: Museen und Geschäfte schließen um 18 Uhr, die letzte Hafenrundfahrt startet um 17 Uhr. Letztendlich stellte sich heraus, dass es ok ist, nicht alles zu sehen und dass ein Glas Wein am Hafen zu trinken und abends durch leere Gassen zu schlendern doch viel schöner ist, als sich in Touristenströme zu stürzen. 

Vorteil: An den freien Tagen am Strand konnte ich richtig entspannen, da ich weder arbeiten noch unzählige Sehenswürdigkeiten besichtigen „musste“. 

Für die nächste Workation merken: Weniger ist mehr, nimm dir nicht zu viel vor, sondern genieße einfach den Ort, an dem du bist.


Learning 2: Planung ist wichtig

Für die Orte, die man während des Aufenthalts wirklich nicht verpassen möchte, lohnt es sich, frühzeitig zu planen, um Arbeitszeiten, Meetings und Besuche von Sehenswürdigkeiten aufeinander abzustimmen. 

Was meine Arbeit angeht, hatte ich das Glück, mir für meine Workation einige Aufgaben vornehmen zu können, die ich weitestgehend alleine bearbeiten konnte. So konnte ich meine Zeit besonders flexibel einteilen.

Learning 3: Ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz hilft

Theoretisch betrachtet brauche ich für meine Arbeit nicht mehr als meinen Laptop. In der Praxis war es doch sehr angenehm, dass meine Ferienwohnung mit einem kleinen Büro mit ergonomischem Stuhl und einem externen Bildschirm ausgestattet war. 

Learning 4: Homeoffice ist nicht gleich Homeoffice

Dass ich nicht im Büro arbeite, sondern von zuhause aus, ist eigentlich nichts besonderes. Das machen meine Kolleg*innen und ich regelmäßig. Doch mit meiner Annahme, dass mein Kopenhagener Ferienoffice sich nicht so sehr vom Wuppertaler Homeoffice unterscheiden wird, liege ich falsch. Der Ortswechsel macht den Kopf frei und ich kann mich hier viel besser konzentrieren – ohne meine privaten Unterlagen, die sich auf meinem Schreibtisch zuhause türmen, oder dem Haushalt im Hintergrund, der dringend erledigt werden möchte, arbeitet es sich viel leichter.

Learning 5: Es ist ok, nicht da zu sein

Montag, 14 Uhr: Mit bester Laune betrete ich unser digitales Check-inMeeting und berichte von meinem Start in Dänemark. Die Stimmung im Büro ist weniger gut, meine Kolleginnen sind wegen eines Vorfalls vor Ort gestresst. Das Meeting fällt daher kurz aus und ich verlasse es mit einem unguten Gefühl. Könnte ich mein Team besser unterstützen, wenn ich auch vor Ort wäre? Die Antwort lautet: vielleicht. Vielleicht – oder sogar höchstwahrscheinlich – hätte aber auch ich nichts an der Situation ändern können. Stattdessen kann ich konzentriert und ohne Ablenkung an meinen Projekten arbeiten. Am nächsten Tag ist die schlechte Laune im Büro verflogen und ich merke, wie wertvoll es ist vor Ort füreinander da zu sein, aber dass es auch ok ist, wenn jemand mal nicht da ist. Dafür sind wir ein Team, das füreinander da ist und einspringt, wo es nötig ist. 

Learning 6: Vacation nicht vergessen

Workation ist eine großartige Chance, dem Alltag zu entfliehen und durch den Tapetenwechsel die Kreativität anzukurbeln. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass sie zu einem großen Teil aus Arbeit besteht und nicht die reine Erholung ist. Ein an die Workation anschließender Urlaub erhöht den Erholungseffekt enorm.

Learning 7: Es gibt keine Mindestdauer

Ich muss zugeben, dass bei meiner Reise der Work-Anteil durchaus kürzer kam, als der Vacation-Anteil. Von zehn Tagen unterwegs fielen nur vier auf Arbeitstage – den Osterfeiertagen sei Dank.

Mein Fazit: Workation hat keine Mindestdauer. Ein paar Tage zum Ankommen im neuen Umfeld, bevor es mit der Arbeit losgeht, halte ich für sehr sinnvoll. Abgesehen davon sind der flexiblen Arbeitsortgestaltung keine Grenzen gesetzt. 

Über die Autorin

Katja arbeitet seit 2021 bei der Zukunftsinstitut Workshop GmbH als Projektmanagerin für Innovation. Als Designerin liegt ihr Fokus in Workshops, Vorträgen und auf Trendexpeditionen stets auf den Bedürfnissen der Zielgruppe und einem lösungsorientierten Mindset.

Wenn ihr mehr über unsere Erfahrungen mit Workations lesen wollt, findet ihr hier Vitalias Bericht von Teneriffa und hier Christianes Learnings aus Berlin.