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Was müssen wir Wissen, um im Wandel zu bestehen?

By 28. Februar 2022Megatrends4 min read

Als Homo Sapiens begreifen wir uns – der Name ist Programm – als weise, verstehende Menschen, haben aber längst gemerkt, dass wir in den wenigsten Fällen ewig von unserem Wissen zehren können. Dass es mit zunehmender Geschwindigkeit Updates benötigt und dass wir mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit haushalten müssen, um zu entscheiden, in welchen Bereichen wir unser Wissen ausbauen wollen – und in welchen nicht.

Im Monat Februar widmeten wir uns passend dazu dem Megatrend Wissenskultur und beleuchteten die Frage: Was müssen wir wissen, um im Wandel zu bestehen?

Und da sich Inhalte kontinuierlich wandeln, legen wir den Fokus in diesem Text auf eine Auswahl der Fähigkeiten, die unserer Meinung nach im Zeitalter der Wissenskultur essenziell sind. Zusätzlich stellen wir Fragen, weil diese oft weiter tragen als simple Antworten.

👀  Neugier

Der Flugpionier Orville Wright kommentierte die Aussage, dass er und sein Bruder ein großartiges Beispiel dafür seien, dass jemand ohne besondere Privilegien es weit bringen könne, in etwa wie folgt: Das größte Privileg für uns war, dass wir in einer Familie aufwuchsen, in der die intellektuelle Neugier immer sehr gefördert wurde. Im Alltag sind wir oft fokussiert auf das, was wir tun müssen. Raum zum geistigen, neugierigen Umher-Streunen fehlt hier zuweilen. Dabei ermöglicht die Neugier uns, sich an verändernde Situationen anzupassen, glückliche Zufälle zu nutzen und knifflige Aufgaben zu lösen. Zusätzlich fühlt sich Neugier übrigens unglaublich gut an: Wenn unsere Neugier befriedigt wird, schüttet unser Gehirn Belohnungsstoffe aus. Neugier kann also zu zufriedeneren Mitarbeitenden und erfolgreicheren Unternehmen führen. Die Frage lautet daher: Wie können Organisationen den Entdeckungstrieb ihrer Mitarbeitenden fördern?

🧞  Adaptabilität

Hybride Arbeitswelt, Shutdowns, digitale Transformation, Klimawandel. In Zeiten starker Transformation, in denen wir eigentlich besonderen Wert auf die Aneignung neuen Wissens und unsere eigene Veränderung legen sollten, berufen wir uns oft auf das, was wir bereits wissen. McKinsey beschreibt dieses Verhaltensmuster als Adaptabilitätsparadox. Dieses instinktive Verhalten führt bei vermeintlicher Sicherheit nicht selten dazu, dass Lernen und Innovation ausgebremst werden und unsere Angst vor dem Abgehängt-Werden sich erst recht bewahrheitet. Mithilfe von Adaptabilität können wir unser Wissen situationsübergreifend anwenden und chancenorientiert handeln. Das erfordert Flexibilität und die Motivation, Neues zu lernen. Was würde euch motivieren, eure Lernreise anzutreten?

🧠  Sensemaking

Daniel Schmachtenberger, der Gründer von The Consilience Project, sprach 2019 das erste Mal über den War on Sensemaking. Er beschrieb damit den Wettbewerb unterschiedlicher Medienschaffender, die Ereignisse um uns herum zu erklären und in größere Kontexte einzuordnen. Da mittlerweile alle auf sozialen Kanälen ihr Wissen und ihre Gedanken teilen, mischt jede*r Einzelne von uns bei diesem War on Sensemaking mit. Die Kunst ist, eine Information so einfach wie möglich, aber nicht einfacher als sie ist, zu kommunizieren. Nicht selten folgen wir unserem Bauchgefühl, um zu entscheiden, welches Narrativ, welche Aussage, welches Medium sich „wahr“ anfühlt. Organisationen sind wichtige Akteur*innen in diesem War on Sensemaking. Wie könnt ihr eure Reichweite nutzen, um Mitarbeitenden und Kund*innen Bildungsangebote zu bieten, die ihnen dabei helfen, die Welt besser zu verstehen?

🚶🏽‍♀ Menschlichkeit

In Zeiten von Automatisierung, Machine Learning und künstlicher Intelligenz fokussieren wir uns oft darauf, effizienter zu werden, Arbeitsprozesse zu optimieren oder unsere Digital Literacy zu fördern. Das sind sinnvolle Vorhaben. Doch immer mehr rückt die Frage ins Zentrum, welches Wissen und welche Fähigkeiten uns als Menschen auszeichnen. Während des FI-Forums 2021 sprach der Psychologe Leon Windscheid über unterschiedliche Formen der Intelligenz. So hat das kenianische Volk der Luo beispielsweise fünf Bereiche und Ausdrücke für Intelligenz: Nur der als „Riko“ bezeichnete Bereich entspricht unserer westlichen Definition von Intelligenz, sprich dem Verständnis von Zahlen, Daten und Fakten. Intelligenz bedeutet für die Luo aber auch Respekt, sich füreinander einsetzen und das Teilen in der Gemeinschaft. Wo wollt ihr mehr Raum für Menschlichkeit schaffen?