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Redesign Democracy – Deine Demokratie. Deine Ideen.

Am 17. und 18. Februar 2018 unterstützten unsere Design Thinking-Coaches Roxanna Noll, Michael Kirmes und Simone Lombard gemeinsam mit Minh Luong, Sebastian Daume, Michael Weber und Norbert Lang, allesamt Coaches aus unserem Netzwerk, das Format „Redesign Democracy“ in unseren Räumen und den Räumen des Social Impact Labs Frankfurt.

Was ist Redesign Democracy?

Redesign Democracy ist ein Workshop-Format für politisch interessierte Menschen, die die Demokratie in die Hand nehmen wollen. Das Format wird angeboten vom D.Collective e.V., einem gemeinnützigem Verein, und werk21 Kommunikation, einer Agentur für politische Kommunikation. Gemeinsam entwickeln sie mit den Teilnehmern und der Design-Thinking-Methode neue Projekte für eine lebendige Demokratie. So wird politisches Interesse in Lösungen verwandelt.

Die Methode

Die Ideenentwicklung erfolgt mit der Methode des Design Thinking. Diese Methode ist durch ihren hierarchiefreien Charakter gut für demokratische Herausforderungen geeignet. Ein Kernelement des Design Thinking ist die Arbeit in interdisziplinären Teams, dadurch werden sogleich unterschiedliche Sichtweisen ermöglicht und einbezogen. Dazu kommen die sogenannten Regelbrecher-Regeln: Wir gehen Kompromisse ein, halten Kritik zurück, bleiben fokussiert und bauen auf den Ideen anderer auf. Eine Vorgehensweise die wichtig ist für politische Lösungen und die wir uns manchmal mehr wünschen.

Das Methodenset zum Erfolg

Der Design Thinking Prozess umfasst verschiedene aufeinander aufbauende Schritte bei denen immer wieder die Perspektive gewechselt und das Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachtet wird. Zuerst geht es um das Verständnis des Problems: Dies umfasst sowohl das eigene Problemverständnis als auch die Erfahrungen anderer Nutzer. Dazu werden qualitative Interviews durchgeführt: Wie nehmen andere das Problem wahr? Was ist ihre Geschichte und welche Emotionen haben sie erlebt? Was sind ihre Bedürfnisse? Diese Interviews schaffen Empathie und erweitern den Horizont. Beim Design Thinking entstehen Lösungen für Individuen, passend zu ihren individuellen Erlebnissen. Die dabei gesammelten Erkenntnisse werden zusammengetragen und zu einer großen Challenge zusammengeführt. Wie können wir das Problem für unsere Nutzer lösen?

Durch Brainstorming und das Zulassen von wilden Ideen werden unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Dann kommt es zum Prototyping, getreu dem Motto „Mit den Händen denken“. Dieser Schritt ist ein essentieller Bestandteil des Design Thinking.  Die Ideen werden greifbar gemacht, als Prototypen, Storyboards und und und. So können sie getestet und verbessert werden.

Der Workshop

In zwei Tagen konkrete Ideen entwickeln und diese direkt als Projekt auf den Weg bringen – das war die Zielsetzung des Workshops. Was erschlagend klingt wurde dennoch in 2 Tagen gemeistert.

Der Samstag begann um 10 Uhr mit einem kurzen Check-In. Wo sind wir hier? Wer ist alles da? Woher kommen die Teilnehmer? Das D.Collective gab einen ersten Input zu ihrem Format Redesign Democracy und führte die Teilnehmer in das Mindset des Design Thinking ein. Und dann ging es los: Die Teilnehmer berichteten von Themenfeldern, für die sie brennen und suchten sich Gleichgesinnte und Mitstreiter. So entstanden vier verschiedene Gruppen zu selbstgewählten Themen wie Nachhaltigkeit und politischem Interesse. Für diese Themen sollten im Laufe des Wochenendes Lösungen entwickelt und getestet werden.

Nach einem kurzen Teambuilding folgte die Verstehensphase: Was ist unser Problem? Wie können wir es verbessern? Dabei fiel uns auf: Wenn wir über Politik diskutieren bleiben wir oft in unserer eigenen Filterblase, doch in der Demokratie braucht es Lösungen für die Mehrheit der Gesellschaft. Um die eigene Filterblase zu verlassen, interviewten die Gruppen Bürgerinnen und Bürger auf der Straße. Sie fragten nach Erlebnissen, Emotionen und Geschichten und lernten völlig neue Blickwinkel kennen. So befragte ein Team einen Obdachlosen über seine Existenzängste. Dann wird das Problem auf den Punkt gebracht: Wie sieht das Problem genau aus? Woher kommt es? Wer genau hat dieses Problem?

Und wie lösen wir diese Problemstellungen? Die Teams sammelten Ideen zur Lösung mit unterschiedlichen Brainstorming-Methoden.

Upside-Down Bodystorming 

Am Ende des ersten Tages präsentierten sich die Gruppen gegenseitig was sie bisher erarbeitet haben. Nach nur einem Tag waren wir erstaunt wie viele verschiedene und spannende Ideen bereits entstanden waren.

Am zweiten Tag wurden die Ideen greifbar gemacht. Mit jeder Menge Prototyping-Material wurden die Ideen visualisiert, weiterentwickelt und getestet. Während einige Teams kleine Modelle bauten, spielten andere die Situationen nach. Auch wurden erste Prototypen bereits auf der Straße getestet um dann weiter optimiert zu werden.

Zur Ideenpräsentation waren dann auch NGOs und Parteien eingeladen. Die Partner umfassten die Jusos Frankfurt, die Junge Union Frankfurt, VOLT, Demokratie in Bewegung, das UBUNTU Haus, die Initiative mehr als wählen, wepublic und projecttogether. Vor diesen und den anderen Teilnehmern wurden dann die Ideen präsentiert. Wir waren begeistert von all den tollen Lösungen:

  • Die Idee „Kaffee gegen Geschichte“ schafft Dialogräume durch einen mobilen Begegnungsort (mit Kaffee) an dem Menschen sich begegnen und soziale Spaltung überwunden werden kann.
  • Die Aktion „Lust auf Nachhaltigkeit verschenken“ stärkt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit auf spielerische Weise, indem man sich gegenseitig kleine Geschenkboxen mit nachhaltigen Produkten schenkt.
  • Interessant war auch die Idee gesellschaftliches Engagement in kleinen Projekten mit einem verbindenden Kick-Off-Dinner und einem themenspezifischen Webinar zu beginnen.
  • Oder auch der „YouTube für Politik“-Kanal, der allen Bürgern politischen Austausch ermöglicht.

Auch den NGOs gefielen die Ideen: Nach und nach sprachen sie mit allen Gruppen, gaben Tipps zur Weiterentwicklung und boten ihre Unterstützung an. Ein voller Erfolg!

Wie geht es weiter

Die Ergebnisse des Workshops können in der Facebook-Gruppe von Redesign Democracy weiterentwickelt werden.

Außerdem gibt es bereits einen Podcast zum Projekt „Lust auf Nachhaltigkeit verschenken“  und  das Format „Pizza & Politics“ soll zum ersten mal am 27. März im Social Impact Lab in Frankfurt stattfinden.

Wo gibt es weitere Informationen?

Zum Format Redesign Democracy: Auf der Website des Projekts oder auf der Facebook-Seite.

Zu Design Thinking: Bei uns! Einfach eine Mail an r.noll(at)zukunftsinstitut-workshop.de senden.

Wir freuen uns über Fragen und Anregungen sowie den Austausch zum Thema!