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Kreativität durch Stolpersteine

By 1. August 2016 Juli 17th, 2018 Erlebnisbericht, Michael Kirmes, Roxanna Noll
Merck Innovation Center

„Boost Innovation with Creative Thinking“ war das Motto des zweiten Treffens des Merck Innovators’ Club am 20. Juli 2016  in Mercks Innovation Center in Darmstadt. Jiri Scherer von Denkmotor hielt die Keynote mit vielen praktischen Kreativitäts-Übungen. Es ging los mit der Aufgabe, möglichst viele Verwendungen für Büroklammern zu finden. Zur darauf folgenden Frage, wie man eine Torte mit insgesamt nur drei Schnitten in 8 Teile schneiden kann, fanden versierte Rätselfreunde schnell die Lösung, bei der nach zwei sich kreuzenden Schnitten die vier entstehenden Teile mit einem letzten großen Querschnitt nochmal alle der Höhe nach halbiert werden:

3 Schnitte für 8 Schnitten

Wer sich damit allerdings selbstzufrieden zurücklehnte, demonstrierte eindringlich, woran kreative Prozesse oft scheitern: es wird eine Lösung gefunden, aber keine weiteren Alternativen. Oder wie Albert Einstein es formulierte: „Ein normaler Forscher hört mit der Suche auf, wenn er eine Nadel im Heuhaufen gefunden hat, ich aber sehe den ganzen Haufen durch, ob nicht vielleicht noch weitere Nadeln darin sind.“ Jiri Scherer demonstrierte am Flipchart noch acht weitere Lösungen, von Diagonalschnitten, über Wege, die zwischendurch ein Umsortieren der Stücke erfordern, zu kunstvollen Slalom-Schnitzereien. Nicht alle Ideen waren besser als die erste, einige waren sicher wenig brauchbar, aber ein oder zwei stellten sich doch als praktikabler als das Quer-Halbieren heraus.

Was aber hilft, wenn uns einfach keine neue Idee mehr einfallen will? Dann brauchen wir Stolpersteine. Wenn wir lernen, bilden sich bei uns Synapsen im Gehirn, die durch wiederholte Anwendung des Gelernten gefestigt werden. Damit sparen wir auf Dauer kognitive Ressourcen, aber es führt auch dazu, dass wir diese tiefen Denk-Trampelpfade gar nicht mehr verlassen. Deshalb benötigen wir ab und an Stimuli, Stolpersteine, die uns dazu bringen, unseren angestammten Weg plötzlich zu verlassen. Das ist der Grund, warum Brainstorming in Teams besser funktioniert: jemand anders hat eine Idee, die nicht in mein übliches Denkmuster gehört, und führt mich so dazu, in eine andere Richtung zu denken als ich es sonst getan hätte.

Um zu zeigen, dass solche Stolpersteine ganz wunderbar wirken, auch wenn die angezeigte neue Richtung uns zunächst fremd und unwegsam erscheint, bekamen wir gegen Ende des Vortrags die Aufgabe, in Gruppen neuartige Küchengeräte zu entwickeln – basierend auf einem zufälligen Namen, der aus einer Funktion und einer damit zu behandelnden Zutat bestand. Mit „Semantic Intuition” entstanden in den Teams dann schnell zahlreiche Skizzen für Salat-Pressen, Wein-Toaster und Knoblauch-Schleudern:


Stolpersteine, die Sie mit Ideen und Erkenntnissen aus anderen Branchen aus dem üblichen Trott Ihres Büros bringen und zu kreativen Innovationen anregen, bieten wir in unserem offenen Seminar „Cross-Innovation“ am 15.11.2016 im Social Impact Lab in Frankfurt.