Methode: Neugierfragebogen

By 2. März 2015 Juli 17th, 2018 Worktool

Neugierforschung in der Praxis – Das ultimative Neugier-Set

(Teil 1/3)

Letztes Jahr im November veröffentlichten wir unsere Studie zum Thema Neugier-Management, die der Frage nach dem Nutzen der Neugier für Unternehmen auf den Grund ging. Diese wissenschaftliche Arbeit haben wir inzwischen durch Methodenkarten erweitert: „Das ultimative Neugier-Set“. In sieben praktischen Übungen erhalten Sie sofort umsetzbare Anleitungen, wie Sie mit mehr Neugier die täglichen Herausforderungen im Beruf besser meistern: mit Spaß, ungewöhnlichen Perspektivwechseln und überraschenden Experimenten. Wir möchten drei Blog-Artikel nutzen, um Ihnen ein Best-Of des Sets zu den Themen Personal, Ideenentwicklung und Strategie zu präsentieren. Die jeweiligen Übungskarten können Sie über den Button am Seitenende herunterladen. 

Wie Sie die Neugierigen finden

Je größer die Neugier unter den Mitarbeitern ist, desto erfolgreicher wirtschaftet ein Unternehmen. Das belegen eindeutig die Forschungsergebnisse von Dr. Patrick Mussel, der als Pionier der Neugierforschung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Würzburg tätig ist. Denn die Neugierigen bringen elementar wichtige Eigenschaften für eine veränderte Arbeitswelt mit: Sie sind die schlaueren Mitarbeiter, sie brechen freiwillig mit Routinen und sie lieben lebenslanges Lernen. Eine der Strategien, mit der man die Neugier im Unternehmen erhöhen und dieses so voranbringen kann, liegt daher im Aufgabenbereich des Personalmanagements. Neue Mitarbeiter sollten neugierige Mitarbeiter sein. Doch woher wissen Sie, dass Bewerber A neugieriger ist als Bewerber B, wenn beide ähnlich exzellente Qualifikationen aufweisen? Um das herauszufinden, müssen Sie von den Standardfragen des Personalfragebogens abweichen und nach den Dingen fragen, mit denen die Eigenschaften der Neugierigen zum Vorschein kommen.

Curiosity-Check

Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, ob in Ihrem Bewerber ein lebenslanger Lerner steckt, können Sie ihm folgende Frage stellen: „Was haben Sie sich in den letzten sechs Monaten selbst beigebracht? Wie haben Sie das gemacht und was kam dabei heraus?“ Oder: „Eine verrückt klingende, aber tatsächlich verfasste Dissertation lautet ,Die fraktale Topologie der Zeit‘. Was könnte damit gemeint sein?“ Neugierige Menschen haben zwar nicht auf jede Frage eine Antwort, aber ihnen fällt zu jeder Frage etwas ein. Selbst zu einem so abwegigen Thema. Eine Herangehensweise besteht zum Beispiel darin, den Titel in seine Einzelteile zu zerlegen: der Begriff „fraktal“ bezeichnet selbstähnliche Strukturen wie in den Kristallen einer Schneeflocke. Der „Topos“, aus dem Griechischen kommend, beschreibt einen Ort. Es könnte also um verschiedene, aber in Bezug stehende Zeit- und Planetensysteme gehen. In der besagten Dissertation selber heißt es: „What is a fractal model of time? Fractals seem to offer a promising mathematical model for time, because many of their properties parallel properties of time. For example, both fractals and time have unpredictable rates of change.“ (Quelle: scienceblogs.de/mathlog/2011/03/04/die-merkwurdige-doktorarbeit/) In unserem Neugier-Fragebogen geht es nicht um korrekte Antworten, sondern um kreative Herleitungen und darin sind neugierige Menschen Meister. Neugierige Menschen finden Sie auch, indem Sie diese nach ihren eigenen Fragen fragen. Die Neugierigen werden Sie verblüffen, weil sie andere, ungewöhnliche Dinge wissen wollen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Gegenüber noch nicht richtig einschätzen zu können, fragen Sie direkt: „Welche Frage sollte ich Ihnen stellen, um herauszufinden, ob Sie ein neugieriger Mensch sind?“

Download: Methoden Worksheet Neugierfragebogen (PDF)