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Trendexpedition mit Aktion Mensch: Eintauchen in die Arbeitskultur von morgen

By 21. Dezember 2016 November 28th, 2018 Erlebnisbericht, Roxanna Noll

von Andreas Steinle, Dina Kollbach und Roxanna Noll

Mit den Führungskräften der Aktion Mensch (rund 40 Köpfe) begaben wir uns Mitte November auf Trendexpedition nach Köln und Düsseldorf. Die Idee dahinter: Hautnah und unverfälscht die neuesten Entwicklungen im Bereich Arbeitskultur und Digitalisierung in der Praxis zu sehen und mit Pionieren des Wandels ins Gespräch zu kommen. Aktion Mensch entschied sich bewusst für diesen Ansatz, um einen inspirierenden Blick über den Tellerrand des eigenen Business zu bekommen.

Wir schickten die Führungskräfte in vier Teams auf vier unterschiedliche Routen. Jede Route gab Einblick in zwei Unternehmen aus unserem Netzwerk. Dabei waren die Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen, was unserem Cross-Innovation-Ansatz entspricht: Gerade branchenfremde Unternehmen liefern Impulse und Inspiration für das eigene Handeln.

Bewusst wählten wir nicht nur junge Startups, sondern auch etablierte Unternehmen aus, die sich auf den Weg der digitalen Transformation gemacht haben. Von ihren Erfahrungen lässt sich meist besonders viel lernen. So blickten wir hinter die Kulissen des Pharmaunternehmens Klosterfrau, das im Zuge des digitalen Wandels seine Organisationsstruktur und Prozesse komplett erneuert hat: flacher, direkter, zahlenorientierter. Auf diese Weise entstehen Erfolgskampagnen wie die Männergrippe.

Mit welchen Methoden Unternehmen aus traditionellen Branchen noch für Innovation sorgen, sahen wir bei dem Versicherungsunternehmen ERGO. In dem firmeneigenen Fortbildungszentrum können die Mitarbeiter den kreativen Problemlösungsansatz Design Thinking kennenlernen oder mit einem der inzwischen 29 ausgebildeten Design Thinking-Moderatoren ein Projekt nach dem typischen Design Prozess durchführen. Prämiert wurden sie für diese erfolgreiche Einführung der Innovationsmethode in die Arbeitskultur des Konzerns mit dem diesjährigen Innoward vom Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft.

  

Kennzeichnend für den Design Thinking Ansatz ist das radikale Denken aus der Sicht der Nutzer. Wie man diese Perspektive im Unternehmen fördern kann, zeigte uns der Energiekonzern e.on. Zusammen mit ihrer Service Design Agentur minds & makers habe sie ihre fünf prototypischen Kunden identifiziert, die bei allen Mitarbeiter in Form eines „Familienfotos“ auf dem Schreibtisch stehen. Wir sprachen mit dem Customer Experience Manager des Energiekonzerns und dem Geschäftsführer der Service Design Agentur darüber, was eine kundenzentrierte Organisation ausmacht und wie man den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

  

Gemeint ist dabei nicht nur der Kunde als Mensch, sondern auch der Mitarbeiter. Wir trafen den Personalleiter des Kölner Unternehmen Unitymedia, das 2015 von AON zum „Best Employer Germany 2015“ ausgezeichnet wurde. Unitymedia realisiert einen neuen Personalmanagement-Prozess, bei dem beispielsweise die Abschaffung individueller Boni umgesetzt wird. Wir sprachen mit dem Personalleiter über Führung in der digitalen Welt und sahen die neugestaltete Räumlichkeiten der Abteilung Digitales.

Auch die Kölner IT-Beratung Sepago wurde für ihren Blick in die Zukunft prämiert. 2015 erhielt das Unternehmen den ersten Platz des Wettbewerbs „Great Place to Work“ und wurde damit für seine Arbeitskultur ausgezeichnet. Sepago strebt empathische Verbindungen an – mit sich selber, mit Kollegen und Externen. Dafür bekommen die Mitarbeiter Zeit zur Meditation sowie individuelles Coaching in Zeit- und Konfliktmanagement. Auf Kuschelkurs geht die Firma trotzdem nicht. So wird einmal im Jahr der härteste Wettbewerber eingeladen, um sich von diesem challengen zu lassen.

  

Bei allen Unternehmen, die wir besuchten, wurde ein Prinzip der neuen Arbeitskultur besonders deutlich: Transparenz. Besonders stark wird dies vom Kölner Tech-Startup Giant Swarm gelebt. Über Neueinstellungen entscheiden alle Mitarbeiter gemeinsam. Darüber hinaus herrscht Gehaltstransparenz. Und über die Höhe des Gehalts wird nicht verhandelt. Dieses errechnet sich so objektiv und fair es nur geht über ein ausgefeiltes Punktesystem, das Erfahrung, Talent und Verantwortung berücksichtigt.

  

Der Internet-Telefonie-Anbieter Sipgate ist wohl eine der radikalsten Firmen, wenn es um innovative Arbeitskultur geht. Das Düsseldorfer Unternehmen arbeitet lean und agil. Dabei wurden etliche Dinge der alten Arbeitswelt abgeschafft: Titel, Manager, Abteilungen, Gehaltsverhandlungen, Budgets, Angst und Überstunden. Was bleibt, ist eine Feedbackkultur, viel Lernen, Freiheit und Spaß.

 

All dies waren äußerst spannende Einblick für die Führungskräfte der Aktion Mensch. Nach der Trendexpedition war es Aufgabe eines jeden Teams, das Erfahrene an die anderen Teams weiterzugeben. Dann wurde gemeinsam überlegt, was die gewonnenen Erkenntnisse für Aktion Mensch bedeuten: Wo möchte man selber die Arbeitskultur verändern? Wie gelingt die digitale Transformation im eigenen Unternehmen? Zum Schluss wurden Ziele formuliert, Ideen priorisiert und erste Schritte festgelegt.