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Trendexpedition – Ein Reisebericht (von Kay Litzinger und Juliane Bublitz)

By 16. Juni 2016 Juli 17th, 2018 Juliane Bublitz, Erlebnisbericht

Was macht Unternehmen erfolgreich? Folgende Antworten wird jeder erfahrene Manager oder Unternehmer unterschreiben: Kundennähe, das Verstehen von Veränderungen in der eigenen und in fremden Branchen und ein Gespür für „das nächste große Ding“. Genau diese Dinge sind es jedoch, die nicht vom Schreibtisch aus entwickelt werden können. Durch Marktforschung versteht man zwar, was der Kunde macht, aber nicht warum und das Wissen um Trends führt noch lange nicht dazu, dass man sie nutzen und in Innovationen für das eigene Unternehmen übersetzen kann. Bei einer Trendexpedition beobachten wir Trends und ihre Macher in ihrem natürlichen Umfeld. Wir führen Unternehmen raus aus dem Büro, dorthin, wo Trends entstehen. Und wo ginge das besser als im Ideenlabor unserer Zeit, der internationalen Startup-Szene?

Eine unserer letzten Trendexpeditionen führte uns nach Berlin. Ausgestattet mit Smartphone, bequemem Schuhwerk und Notizblöcken wollten wir hautnah erleben, wie aus dem Megatrend Neo-Ökologie tatsächliche Innovationen werden und wie wir die Veränderungen für und mit unseren Kunden in die Innovationsarbeit des Unternehmens übersetzen können.

Das Format Trendexpedition besteht aus drei Komponenten. Auf der Reise erhalten die Teilnehmer theoretischen Input darüber, wie sich die Welt gesellschaftlich und wirtschaftlich verändert, „besichtigen“ innovative Business-Modelle und führen persönliche Gespräche mit Startup-Entrepreneuren. In den sogenannten Recap-Sessions, den Workshops am Ende eines jeden Tages, werden die Erkenntnisse nachbereitet und zueinander in Beziehung gesetzt. Durch die Dreiteilung entsteht eine eindeutige Zuordnung zwischen Theorie, dem praktischen Erleben und dem Sichern der Erkenntnisse und Eindrücke. Trendexpedition 5Jede Trendexpedition wird individuell konzipiert und strukturiert. Je nach Zielsetzung und Fragestellung des Unternehmens bieten sich unterschiedliche methodische Zugänge, wie z.B. Megatrends, Cross Innovation, Design Thinking oder eine individuelle Kombination daraus an.

Megatrends bildeten den Rahmen für unsere letzte Trendexpedition. So näherten wir uns beispielsweise dem Megatrend Neo-Ökologie zunächst in einem Vortrag auf theoretischer Ebene und dann ganz praktisch vor Ort, in freier Wildbahn sozusagen. Das Team von InFarm in Berlin Kreuzberg ließ uns einen Blick hinter die Kulissen ihrer vertikalen Indoor-Gärten werfen und bekochte uns mitten im futuristisch anmutenden Gewächshaus. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren mit den unterschiedlichsten Anbaumethoden experimentiert. Im aktuellen Modell, das vollkommen ohne Tageslicht auskommt, sind die Pflanzen sogar nährstoffreicher als in der Natur. Die Vision besteht darin, Lebensmittel so lokal wie möglich – z.B. in der eigenen Küche – anzubauen. Inzwischen kooperiert InFarm erfolgreich mit der Metro Group.

Trendexpedition 4

Eine weitere Station bei dieser Expedition war ECF Farm Systems, eine Firma, die im großen Stil Aquaponiks, also einem geschlossenen System aus Fischzucht und Gemüseanbau, in der Stadt betreibt. Der großflächige Bau von Aquaponiks-Anlagen könnte in Zukunft maßgeblich zur dezentralen Versorgung mit Bio-Lebensmitteln beitragen und so nicht nur lifestylebewusste Städter zufrieden stellen, sondern außerdem Tonnen von CO2 durch das Wegfallen weiter Transportwege einsparen.

Nachhaltigkeit ist jedoch nicht nur ökologisch interessant. Um dem Megatrend auf den Zahn zu fühlen und unterschiedlichste Aspekte zu verstehen, besuchten wir außerdem auch Projekte wie Cucula – Refugees Company for Crafts and Design, die als der InTrendexpedition 9begriff sozialer Nachhaltigkeit gesehen werden können. Im Gespräch mit Gründerin Corinna Sy werden wir Zeugen, wie Flüchtlinge sich im Dreiklang von Designermöbeln, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung buchstäblich eine berufliche Zukunft aufbauen. Nachhaltigkeit bedeutet hier, selbst etwas zu (er-)schaffen, das schön ist und gebraucht wird, und sich so einen Platz in der Gesellschaft zu erarbeiten. Der Megatrend ist also eng mit menschlichen Bedürfnissen verbunden, die man nur im Kontakt mit Menschen wirklich begreift.

Trendexpedition 8Im Anschluss an die persönlichen Gespräche und die vorstrukturierten Beobachtungen, werden die gesammelten Erfahrungen analysiert und nutzbar gemacht, wodurch Handlungsspielräume im eigenen Unternehmen identifiziert werden. Als Souvenir nehmen die Teilnehmer also statt eines Kühlschrankmagneten mit Ampelmann innovative Ideen mit nachhause. Die Expedition steht unter dem Stern der Serendipitous Experience, dem Zufall wird auf die Sprünge geholfen. Durch inspirierende Orte und Menschen entstehen neue Ideen und spontane Synergien.

Haben Sie Lust auf eine Trendexpedition bekommen?